Spätsommerdurchsicht

Gestern Nachmittag bei 35°C habe ich eine kleine Durchsicht gemacht.

Nach 1,5 Wochen ohne Besichtigung brannte es mir in den Fingern. Vor allem die Sorge über Futtermangel trieb mich zu den Bienen. So richtig konnte ich das Zusammenspiel von Wetter, Brut und vorhandener Tracht nicht einschätzen. Nach der prinzipiellen Besichtigung und dem leichten Auffüttern habe ich noch jeweils eine “Windel” bzw. den Varroaschieber eingelegt.

1.Volk (“Hauptvolk”, V1):

Die Bienenanzahl, die Vitalität, die Fluglochbeobachtung beruhigten mich schnell. Hier scheint alles in Ordnung zu sein. Jedoch wollte ich nochmal genauer hinein sehen. Also habe ich ca. 5-6 Waben gezogen und konnte dann ein schönes Brutnest mit mind. 2 Brutwaben erkennen.

Die Futtervorräte waren recht gering. Deshalb, vor allem wegen der Brut, habe ich mit ApiInvert zugefüttert. Dazu habe ich eine Silikonbackform (nur Kompromiss!) mit verschiedenen Schwimmhilfen gefüllt und dann ApiInvert hinein gekippt. Die genaue Menge kann ich dabei nur schätzen – ich denke es waren ca. 800ml. Für das Erste reicht dies jedoch aus. Kurz nach Einschieben des Behälters haben schon die ersten Bienen nach dem Futter geschaut.

 

2.Volk (mein erster Ableger des ersten Volkes, V1A1) :

Hier war sowohl die Bienenvolkstärke beim ersten Blick durch die Scheibe und der Blick zum Flugloch vielversprechend. Sehr vital, recht viele Bienen vorhanden und stete Flugaktivität. Das hat mir bereits gereicht. Ich habe nur den noch eingeschobenen Futterrahmen neu befüllt. Auch hier kamen ca. 800ml Futter hinein.

 

3.Volk (V1A2):

Beim letzten Mal hatte ich sehr viel Angst wegen Räuberei. Beim Verlassen des Standes war recht viel Flugaktivität vor dieser Beute – fast zu viel für den kleinen Ableger. Ich habe deshalb das Flugloch massiv eingeengt – lediglich ein kleines Loch(1,5cm – 2cm) ist noch geöffnet.

Beim Hineinsehen konnte ich recht viele Bienen sehen – auch Futter war noch sehr viel vorhanden. Das liegt jedoch daran, dass ich Futterwaben aus dem buckelbrütigen Volk (mein zweites Hauptvolk) in die Beute des Ablegers gehängt habe. Hier war meine Angst also unbegründet.

In der kommenden Woche werde ich mir speziell diesen recht kleinen Ableger nochmal zur Brust nehmen. Ich werde schauen, ob Brut bzw. Königin vorhanden sind und dann entscheiden, ob ich diesen Ableger in dieser Form behalten kann.

Auf dem Bild sieht man nur wenige Bienen sitzen – das liegt daran, das ich die Beute recht voll gehangen habe. Weiter vorne sitzen deutlich mehr Bienen.

Fazit: Hinterbehandlungsbeuten

Nach einigen Wochen mit meinen Hinterbehandlungsbeuten möchte ich ein kurzes Fazit ziehen.

Ich werde dieses Fazit auch nach und nach erweitern. Anfangs werden sicher eher ideelle Dinge genannt werden, mit der Zeit kristallisieren sich dann reale Vor- und Nachteile heraus.

Begonnen habe ich die Imkerei, wie schon geschrieben, letztes Jahr mit 2 Magazinbeuten. Das Arbeiten damit fiel mir nicht sonderlich schwer und war recht fix erledigt. Einzig das Anheben der Beuten fand ich nicht angenehm. 12 mit Futter gefüllte Waben wiegen halt doch eine ganze Menge.

Dann habe ich die alt bekannten Hinterbehandlungsbeuten (Normbeute 52) gesehen und fand sie reizvoll. Einerseits sah das Bearbeiten nett aus und andererseits hört man immer wieder, dass man dadurch dichter an den Bienen dran ist.

Ja und genau das gefällt mir immer mehr an diesem Hobby bzw. deren Verwendung. Ich kann an mehreren Stellen sehr nah an den Bienen sein, ohne sie zu stören – nur durch beobachten und hier und da eingreifen. Das Arbeiten an und mit den Bienen dauert wirklich länger – aber ich mache die Dinge heute auch bewusster, zielgerichteter und überlegter als letztes Jahr. Mehr und mehr Hintergrundwissen fließt dabei ein – auch wenn es für langjährige Imker noch immer nicht danach aussieht ;-). Die Zeit ist mir beim Arbeiten aber auch nicht so wichtig, da es ja mein Hobby ist.

Das Ziehen der einzelnen Waben geht fix – auch wenn es manchmal mühsam erscheint von hinten nach vorne jede Wabe heraus zu nehmen und zurück zu schieben.

Auch finde ich die Hinterbehandlungsbeuten sehr durchdacht. Früher wusste ich nicht, wofür die vielen Teile, Gitter und Brettchen sind – nun finde ich für fast jedes Teil Verwendung und finde die Teile sehr pfiffig konstruiert. Ein einfaches Beispiel hierfür ist die Futtertasche, die ich von hinten befüllen kann.

Einzig der, durch mein Umbau auf 4 Etagen, entstandene Freiraum zwischen den Rähmchen animiert die Bienen immer wieder zu Wildbau. Konkret meine ich hier den vertikalen Freiraum. Das ist etwas anstrengend. Immer wieder muss ich diesen zerstören um arbeiten zu können. Ab und zu enthält der Wildbau Nektar/Honig und dann tropft es in der Beute und auf die Rähmchen. Das ist dann nicht so toll. Abhilfe soll hier eine Bausperre schaffen, die zwischen die Rähmchen gelegt wird. Sie soll den Freiraum minimieren und somit Wildbau verhindern. Das ist aber sicher ein Projekt für den Winter bzw. für dann, wenn es mich vollends nervt. Bisher geht das noch ganz gut.

Zusammengefasst muss ich sagen, dass ich es nicht bereut habe, meine Völker in den Hinterbehandlungsbeuten einlogiert zu haben. Es macht mir Spaß und bringt keine Nachteile für die Bienen.

Ablegerbildung 2018 – Teil 3 – und Durchsicht

Heute habe ich eine Durchsicht bei meinen 3 Völkern gemacht.

Angefangen habe ich mit dem Ableger. Hier sieht es gut aus – eine anfangs befürchtete Drohnenbrütigkeit kann ich mehr und mehr ausschließen. Das Volk hat genug Futter, etwas Brut und baut die eingehangenen Mittelwände gut aus. Die Volksstärke nimmt gut zu, am Flugloch ist ausreichend Flugbetrieb. Jedoch werde ich in den kommenden Tagen noch etwas flüssiges Futter einfüllen – einfach damit in den kommenden und beginnenden trachtärmeren Wochen genug da ist.

 

Weiter ging es mit Volk 2. Hier ist die Situation eingetreten, dass das Volk drohnenbrütig ist. Anfangs nur befürchtet hat es sich mehr und mehr bewahrheitet. Keine Königin weit und breit überall nur Drohnenbrut. Erste Anzeichen hat das Stimmungsbarometer Drohnenrahmen gegeben. Dieser ist gedrittelt und wurde nur im mittleren Teil zaghaft ausgebaut – ganz anders beim Volk1. Dort ist ein ganzes Rähmchen relativ schnell komplett ausgebaut und bestiftet. Auch ein Klopfen an der Beute sorgte für Aufbrausen und nicht für ein kurzes Brummen wie bei den anderen Völkern. Am Flugloch hingegen konnte ich anfangs keine Veränderung wahrnehmen. Nun ist jedoch kaum noch eine Biene am Flugloch zu sehen – nur sporadisch zeigt sich eine.

Nunja, ich habe mich damit abgefunden. In den kommenden Tagen werde ich das Volk in ca. 15m Entfernung abfegen und die Flugbienen werden anschließend wieder an ihren alten Platz fliegen. Dort werde ich in der Zwischenzeit ein Ableger einlogieren. Die Flugbienen verstärken dann den Ableger.

 

Das Volk1 hingegen platzt gerade mal wieder aus allen Nähten. Letzte Woche habe ich ein wenig Ordnung gemacht. Alle Waben mit Honig nach oben (Schweres soll nach alter Imkerregel hoch und weg vom Flugloch). Brut hingegen schön unten in den Brutraum. Da ich kein Absperrgitter verwende verirrt sich die Königin ab und zu und es gibt anschließend schöne Brutwaben im Honigraum.

Heute habe ich erneut Brutwaben runter in den Brutraum gehängt und dabei festgestellt, dass mehrere Weiselzellen vorhanden sind – huiii. Diese habe ich spontan gebrochen. Mhh, gleich danach schoss mir durch den Kopf, dass ich diese beiden Waben gleich für einen Ableger hätte nehmen können. Grrrrhhh. Die Regel heißt doch: wenn man Weiselzellen brechen will – dann bitte am Ende der Durchsicht. Manchmal ist es erforderlich ein Ableger zu bilden und dann hat man gleich schon ein paar Weiselzellen. Oder die Königin fliegt raus oder wird gequetscht – dann kann sich das Volk schnell eine neue heran ziehen!

Kurz geärgert und dann ging es weiter – evtl. habe ich ja noch “Glück” und finde noch ein paar Weiselzellen. Und siehe da – auf der übernächsten Wabe waren erneut 2 Stück zu finden.

Also schnell Platz für den Ableger geschafft (aber nicht in der Beute des Drohnenbrütigen Volkes) und hinein mit 3 Brutwaben und einigen ansitzenden Bienen. Futterwaben hatte ich zufällig noch am Stand – also kamen noch einige Mittelwände dazu. In meiner Sprühflasche hatte ich noch etwas Wasser. Damit habe ich die Futterwaben besprüht. Leider war es recht wenig Wasser – morgen werde ich deshalb noch mal welches geben.

Leider befindet sich in Volk1 relativ wenig Honig – obschon die Frühtracht und Sommertracht so langsam vorüber gehen… Nunja, für ein paar wenige Gläser für die Bienen und mich wird es dennoch reichen…

 

Derzeit habe ich also:

  • Volk1 (V1) –> großes Volk
  • Volk2 (V2) –> drohnenbrütig
  • Ableger 1 von Volk1 –> A1V1 –> erster Ableger, gute Entwicklung
  • Ableger 2 von Volk1 –> A2V1 –> zweiter, heute erstellter Ableger, 3 Waben

Ablegerbildung 2018 – Teil 2 – Fütterung

Damit sich der Ableger gut entwickelt, muss er einen stetigen Futterstrom haben. Das heißt, er sollte immer über ausreichend Futter verfügen.

Ich hatte 2 gut gefüllte Futterwaben bei der Erstellung des Ableger eingesetzt – jedoch war ich mir nicht ganz sicher ob all das Futter reicht bzw. ich habe durch die Glasscheibe der Hinterbehandlungsbeute gesehen, dass etliche Bienen auf der letzten Wabe saßen.

Also habe ich mit meinem Futtergeschirr aufgefüttert. Dazu habe ich noch vorhandenes Futter aus dem letzten Winter genommen. Die Eimer sind mit ca. 14l gefüllt und ich hatte noch ausreichend da. Aber warum Eimer und keine noch vorhandenen Futterwaben? Ganz einfach, ich wollte es einfach mal probieren.

Zu Hause habe ich ca. 600ml in ein Glas abgefüllt und bin dann zum Bienenstand gegangen. Dort habe ich die Futtertasche gefüllt und anschließend trockene Rindenstücke als Schwimmhilfe eingesetzt.

Die Futtertasche habe ich hinter die letzte Futterwabe angesetzt – nun können die Bienen das Futter einsammeln und in die leeren Futterwaben einlagern.

Beim Einsetzen der Futtertasche habe ich bemerkt, dass sie ein wenig klemmt und nicht richtig passen will. Mhh, erst dachte ich, dass das nicht so schön ist. Da ich aber noch meine abschließende Glasscheibe habe, ist das kein Problem. Das Futtergeschirr sitzt nun etwas schief drin, die Beute bzw. der Raum wird jedoch durch die Scheibe begrenzt und abgeschlossen.

Der Vorteil ist, dass die Bienen durch einen kleinen Spalt auch von der Außenseite (die mir zugewandte) auf das Futter zugreifen können.

 

Besuch von Velohonig beim Wiesenimker

Kürzlich hatte ich eine sehr sehr angenehme und nette Begegnung.

Naja, so richtig begegnet sind wir uns eigtl. auch wieder nicht – eher so virtuell. Aber es war herzlich und ich habe mich sehr gefreut.

Aber worum geht es eigentlich? Es geht um Jens bzw. konkreter noch um das Projekt Velohonig. (unbedingt mal besuchen!)

Jens ist passionierter Radfahrer und – nun zitiere ich von der Webseite:

“Mit dem Rad aufs Land, Imker finden, ein Glas Honig kaufen und so weiter.” – Dies ist das Motto von fahrradbegeisterten Bienen-(Honig)freunden, die per Rad zu Imkern ins Umland fahren, um den dort erworbenen Honig in Dresden quasi klimaneutral zu essen oder weiterzugeben.

Ich finde die Idee Klasse und den Jens kenne ich eigentlich schon knapp 18 Jahre – nun ja, eigentlich auch wieder nicht so richtig. Wir haben mal zusammen studiert, uns gegrüßt, aber nie richtig Kontakt gehabt. Nun schaue ich im Netz nach Imkern in meiner Umgebung und finde seine Seite, erinnere mich und schreib ihn an. Und eines Tages kommt er zu uns – ganz spontan und natürlich mit dem Rad!

Jens ich danke Dir für den Besuch und hoffe, dass wir uns mal “in echt” sehen.