Vorsicht, die Bienen kommen

Irgendwann war es dann endlich soweit – die Bienen kommen…

Naja, von alleine sind sie nicht gekommen – ich habe sie von einer älteren Dame, die selbst schon viele Jahre imkert, sich aber, wegen ihrer Gesundheit wegen, verkleinern muss, gekauft.

Es sollte ein großes Volk, ein s.g. Wirtschaftsvolk und ein Ableger aus diesem Jahr werden.

Genau genommen muss ich sagen, dass ich an diesem Tag zum ersten Mal überhaupt einem Bienenvolk richtig richtig nah gekommen bin. Vorher bei den Gesprächen mit dem Vereinsvorstand – ich nenne ihn in Zukunft meinen Imkerpaten – stand ich nur daneben und habe ins Flugloch geschaut…

Und genau davor hatte ich den größten Respekt – ich war gespannt und ein wenig aufgeregt. Wie werde ich reagieren. Werde ich panisch sein? Davon zu lesen oder neben dem Flugloch stehen ist das eine – aber ein komplettes Volk, auf den Rähmchen sitzend (ca. 3.000 Bienen pro Rähmchen, ca. 50.000 Bienen pro Volk) aus seiner Beute zu holen und in meine Beute bzw. Zargen zu setzen ist etwas anderes…

Richtig Angst hatte ich nicht – dazu war der Willen viel zu groß – aber ordentlich Respekt 🙂

Die ältere Imkerin war sehr nett und hat sehr von den beiden Völkern “geschwärmt”. Ich hab ihr ein wenig erzählt warum wir das alles machen und sie hat sich prinzipiell auch gefreut, dass “es Nachwuchs gibt” – ich konnte aber auch zwischen den Zeilen hören, wie sie dachte “Schade um die schönen Bienen”…

Nun gut, ein wenig Respekt konnte ich dadurch einfangen, als ich – schneller als sie – die Königin gefunden hatte – somit konnte ich zeigen, dass ich nicht ganz so blind bin. Aber wie gesagt, eigentlich kann ich es ihr nicht übel nehmen – es geht schließlich um Tiere und es ist kein Spiel.

Nunja, nach einer ganzen Weile waren alle Bienen in ihren Beuten und um die Bienen ein Spanngurt. Beide Beuten standen sicher im Kofferraum und warteten darauf an ihren neuen Platz gefahren zu werden.

Aus Spaß habe ich mir vorgestellt, wie es wohl wäre, wenn eine Beute während der Fahrt umkippt und alle Bienen raus kommen. Ich bin also ganz brav gefahren, doch aus irgend einem Grund schwirrten während der Fahrt doch knapp 10 Bienen durchs Auto…

Ich habe dann das Fenster geöffnet, um entweder die Bienen raus zu lassen oder sie nach hinten zu drücken. Das hat ganz gut geklappt – weder wurde ich gestört oder gar gestochen 🙂

Zwischendurch musste ich anhalten und einkaufen. Kurz habe ich überlegt, das Auto bzw. die Fenster einfach auf zu lassen – wer klaut schon ein Auto mit knapp 80.000 Bienen…

Zu Hause angekommen habe ich beide Beuten an den vorgesehenen Ort gestellt und unter den Augen der ganzen Familie vorsichtig das Flugloch geöffnet.

Das wahr ein sehr aufregender, aber trotzdem sehr schöner Tag.

Schreibe einen Kommentar